Erzieher/in und Abitur

 

Übersicht
  • Abschlüsse und Perspektiven
  • Aufnahmevoraussetzungen
  • Unterrichtsfächer
  • Praktika
  • Stundentafel

Abschlüsse und Perspektiven
In diesem Bildungsgang können zwei Abschlüsse erworben werden: nach drei Jahren die AHR und außerdem in der integrierten Prüfung der Berufsabschluss der Erzieherin/des Erziehers.

Für die staatliche Anerkennung als Erzieher/in ist zusätzlich ein einjähriges Berufspraktikum mit schulischer Begleitung erforderlich.

Die AHR berechtigt zu einem Studium jeder Studienrichtung an einer Universität. Besonders bereitet der Bildungsgang auf Studiengänge im Bereich der Wissenschaften vor, die sich mit dem Menschen befassen (z.B. Psychologie, Pädagogik oder Sozialwissenschaften).

Der Berufsabschluss ermöglicht eine Tätigkeit als Erzieher/in in sozialpädagogischen Einrichtungen wie z.B. Tageseinrichtungen für Kinder, Offene Ganztagsschulen, Freizeiteinrichtungen, Einrichtungen der stationären Jugendhilfe (Heim-/Wohngruppen) und Einrichtungen der Heil- und Sonderpädagogik.

Dieser Bildungsgang schafft damit gute Voraussetzungen für alle pädagogischen Berufe und für solche Berufe, für die soziale und gesellschaftliche Bezüge eine wesentliche Rolle spielen.


Aufnahmevoraussetzungen
Zur Aufnahme in diesen Bildungsgang ist die Fachoberschulreife mit Qualifikationsvermerk bzw. die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erforderlich.


Unterrichtsfächer
Der Unterricht in den Bildungsgängen des Berufskollegs wird in einem festen Klassenverband erteilt. Darum ist es hier besser möglich – anders als in einem Kurssystem – die Arbeit in den einzelnen Fächern sinnvoll aufeinander zu beziehen.


Aufbau des Bildungsganges
In diesem Bildungsgang wird in einer systematischen Folge von Entwicklungsschritten berufliche Kompetenz und Sicherheit entwickelt. Diese Entwicklungsschritte können wie folgt beschrieben werden:

  • Mit dem Ziel, sich selbst genauer wahrzunehmen, sollen die Schüler/innen darüber nachdenken, wie ihre eigene „pädagogische Biografie“ aussieht und welche Motive sie für den Berufswunsch Erzieher/in bei sich selber ausmachen können (Selbstwahrnehmung).
  • Ein wesentliches Element der beruflichen Qualifizierung ist die Fähigkeit, Kinder sensibel und genau zu beobachten und wahrzunehmen (Fremdwahrnehmung).
  • Wer als Erzieher/in tätig werden will, muss lernen, Entscheidungen zu treffen in Bezug auf gezieltes und geplantes pädagogisches Handeln Entwicklung eines pädagogischen Handlungskonzeptes).
  • Schließlich geht es auf allen Ebenen der Ausbildung durchgehend darum, die Sicherheit in der Ausübung des Erzieher/innenberufs zu erhöhen. (Professionalisierung pädagogischen Handelns).

Fächer des Berufsbezogenen Lernbereichs
Den berufsbezogenen Lernbereich bilden die Kernfächer dieses doppelt-qualifizierenden Bildungsganges. Das sind vor allem die Fächer, die von ihrer inhaltlichen Gestaltung her für beide Abschlüsse wichtig du anrechenbar sind: Es sind dies die Leistungskurse Erziehungswissenschaft und Biologie und im Grundkursbereich die Fächer Didaktik und Methodik der sozialpädagogischen Praxis, Kunst, Musik, Kinder- und Jugendliteratur (als inhaltlicher Bestandteil des Faches Deutsch), Jugendrecht und Medienpädagogik. Ergänzt wird diese Fächerkombination durch die Fächer, die für den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife vorgeschrieben sind; hier sind dies die Fächer Englisch und Mathematik.


Berufsübergreifender Lernbereich
Die Fächer Deutsch, Gesellschaftslehre mit Geschichte und Religionslehre sind wesentlicher Bestandteil des Unterrichtsangebotes. Sie sollen den Unterricht im berufsbezogenen Lernbereich ergänzen und einseitiger Spezialisierung entgegenwirken. In jedem Fall besteht die Möglichkeit, eine zweite Fremdsprache neu zu beginnen oder fortzusetzen. Verpflichtend ist dies für Schüler/innen, die in der Sek. I keinen durchgehenden Unterricht von Klasse 7 – 10 in einer 2. Fremdsprache hatten.


Differenzierungsbereich
Neben den vorgeschriebenen Unterrichtsfächern gibt es einen Differenzierungsbereich, der für unterschiedliche Ziele genutzt wird. Im 11. Jahrgang werden Stütz- oder Förderkurse, Arbeitsgemeinschaften oder bildungsgangbezogene Zusatzkurse angeboten; für die Jahrgangsstufen 12 und 13 können diese Stunden auch genutzt werden, um die Abiturfächer im Grundkursbereich dreistündig zu unterrichten.


Prüfungsfächer und Teilprüfungen
1. Teilprüfung: Am Ende der Jahrgangsstufe 13 erfolgt eine integrierte Prüfung. Dort wird die AHR erworben und die theoretische Berufsabschlussprüfung absolviert. Prüfungsfächer der 1. Teilprüfung sind: Biologie als 1. Leistungskurs (schriftlich), Erziehungswissenschaften als 2. Leistungskurs (schriftlich); Deutsch oder Religion oder Englisch als Grundkurs (schriftlich); je nach Wahl des 3. Faches: Deutsch oder Religion oder Gesellschaftslehre/Geschichte oder englisch oder Mathematik als Grundkurs (mündlich).

2. Teilprüfung: Die 2. Teilprüfung vervollständigt die theoretische Berufsabschlussprüfung. Es ist eine mündliche Prüfung im Fach Didaktik und Methodik der sozialpädagogischen Praxis. Das Bestehen der 1. und 2. Teilprüfung führt zur Berechtigung das Berufspraktikum aufzunehmen.

3. Teilprüfung: Schüler/innen, die den Berufsabschluss „Staatlich anerkannte/r Erzieher/in“ erwerben wollen, setzen den Bildungsgang mit dem Berufspraktikum fort. Das Praktikum dauert 12 Monate und muss innerhalb von drei Jahren nach der 2. Teilprüfung abgeschlossen sein. Am Ende des Berufspraktikums erfolgt die dritte Teilprüfung in Form eines Kolloquiums.


Praktika
Das Lernen in den Bildungsgängen des Berufskollegs ist gekennzeichnet durch das enge Zusammenwirken von Theorie und Praxis. Dies gilt in besonders ausgeprägter Weise für die doppelt-qualifizierenden Bildungsgänge, in denen neben einem allgemein bildenden Abschluss auch eine berufliche Qualifikation erlang wird. Dabei werden Praxisanteile sowohl im Rahmen des schulischen Unterrichts als auch – von Begin an – in außerschulischen Praktika vermittelt. Alle Praktika werden im schulischen Unterricht vorbereitet, ausgewertet und von der Schule betreut.

Stundentafel

Jahrgangsstufe

11

12

13

14

Berufsbezogener Lernbereich

 

 

 

 

Erziehungswissenschaften

6

6

6

 

Biologie

3

5

5

 

Didaktik/Methodik

3

3

3

4

Kunst/Spiel/Musik

3

2

2

 

Englisch

3

3

3

 

Mathematik

3

3

3

 

2. Fremdsprache

3

3

3 *

 

Berufsübergreifender Lernbereich

 

 

 

 

Deutsch

 

4

3

3

 

Gesellschaftslehre/Geschichte

2

2

2

 

Religion

2

2

2

 

Sport

2

2

2

 

* Handelt es sich bei der zweiten Fremdsprache um eine neu einsetzende, ist diese mit insgesamt mindestens zwölf Jahreswochenstunden in den Jahrgangsstufen 11- 13 zu unterrichten.

Am Unterricht in der Jahrgangsstufe 14 sind neben dem Kernfach Didaktik/Methodik auch andere Fächer, wie z.B. Kunst/Musik/Spiel, in unterschiedlichem Umfang beteiligt.


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